
Blizzard Entertainment
Blizzard Entertainment ist ein US-amerikanischer AAA-Entwickler und Publisher und gehört zu den einflussreichsten Studios der Videospielgeschichte. Bekannt ist Blizzard für Reihen wie Warcraft, Diablo, StarCraft und Overwatch. Seit 2023 gehört das Studio zu Microsoft.
Blizzard hat bei mir unzählige Nächte gekostet, sei es in Azeroth, im Höllenfeuer von Diablo oder bei StarCraft-Matches gegen Freunde. Kaum ein anderes Studio hat so viele Spiele gemacht, die ich bis heute mit ganz bestimmten Erinnerungen verbinde, und kaum eines hat eine so wechselhafte Geschichte hinter sich.
Von Silicon & Synapse zu Blizzard
Michael Morhaime, Allen Adham und Frank Pearce gründeten das Studio im Februar 1991 in Irvine, Kalifornien, damals noch als Silicon & Synapse. Die drei hatten kurz zuvor ihren Abschluss an der University of California in Los Angeles gemacht und steckten jeweils rund 10.000 US-Dollar in die Firma. In den ersten Jahren portierte das kleine Team vor allem Spiele anderer Studios, etwa für Interplay. Mit Rock n‘ Roll Racing und The Lost Vikings entstanden dann die ersten eigenen Titel.
Ende 1993 benannte sich das Studio in Chaos Studios um. Anfang 1994 kaufte der Lernsoftware-Verlag Davidson & Associates die Firma für 6,75 Millionen US-Dollar. Weil ein anderes Unternehmen Rechte am Namen „Chaos“ geltend machte, musste erneut ein neuer Name her. Adham ging dafür laut Morhaime das Wörterbuch durch, und im Mai 1994 hieß das Studio schließlich Blizzard Entertainment.
Warcraft, Diablo und StarCraft
Im November 1994 erschien Warcraft: Orcs & Humans, das das Team schnell neben Größen wie Westwood etablierte. 1996 übernahm das Studio Condor Games aus San Mateo, das gerade an Diablo arbeitete, und machte daraus Blizzard North. Diablo erschien Anfang 1997 und brachte den Online-Dienst Battle.net mit, über den man sich zum gemeinsamen Spielen fand. Später folgten Diablo II (2000) und die Erweiterung Lord of Destruction (2001).
Nach Warcraft II kam im März 1998 StarCraft. Das Science-Fiction-Strategiespiel war das meistverkaufte PC-Spiel des Jahres, ließ Battle.net weiter wachsen und wurde vor allem in Südkorea zu einem der ersten großen E-Sport-Titel. 2002 folgte mit Warcraft III das nächste Strategiespiel, das später ganze Genres wie die MOBAs beeinflusst hat.
World of Warcraft verändert alles
Am 23. November 2004 startete World of Warcraft in Nordamerika, im Februar 2005 auch in Europa. Das Online-Rollenspiel war Ende 2004 das am schnellsten verkaufte PC-Spiel in den USA und zählte Ende 2007 über neun Millionen Abonnenten. Ich weiß noch genau, wie sich ganze Freundeskreise abends in Azeroth verabredet haben. Ab 2005 lud das Studio Fans außerdem zur eigenen Messe BlizzCon ein, die Belegschaft wuchs von rund 400 Leuten im Jahr 2004 auf etwa 1.600 im Jahr 2006.
Activision Blizzard, Hearthstone und Overwatch
Im Juli 2008 schlossen sich Vivendi Games und Activision zu Activision Blizzard zusammen. Danach probierte das Studio mit kleinen Teams neue Ideen aus: Daraus entstand das Kartenspiel Hearthstone, das im März 2014 kostenlos erschien und bis 2018 über 100 Millionen Spieler erreichte. Aus den Resten des eingestellten Online-Projekts Titan wurde der Team-Shooter Overwatch, der im Mai 2016 erschien und mit der Overwatch League eine eigene E-Sport-Liga bekam. Dazu kamen StarCraft II (2010), Diablo III (2012) und Heroes of the Storm (2015).
Führungswechsel, Klage und Gewerkschaften
2018 kündigte Mitgründer Morhaime seinen Rückzug als Chef an, 2019 übernahm J. Allen Brack. Im Juli 2021 verklagte die kalifornische Behörde für faire Beschäftigung Activision Blizzard wegen sexueller Belästigung und Diskriminierung von Frauen. Viele Mitarbeitende protestierten öffentlich, unter anderem mit einem Walkout, und Brack verließ das Unternehmen kurz darauf. Seit 2022 haben sich mehrere Teams gewerkschaftlich organisiert, darunter 2024 rund 500 Entwicklerinnen und Entwickler von World of Warcraft und 2025 das Overwatch-Team.
Blizzard heute: Teil von Microsoft
Am 13. Oktober 2023 schloss Microsoft die Übernahme des gesamten Konzerns für 68,7 Milliarden US-Dollar ab, seitdem gehört das Studio zu Microsoft Gaming. Anfang 2024 folgten Entlassungen im Konzern, und mit Johanna Faries übernahm eine neue Präsidentin. Im selben Jahr einigte man sich mit NetEase darauf, die Spiele zurück nach China zu bringen. Mit Overwatch 2, Diablo IV, Hearthstone und neuen WoW-Erweiterungen bleibt das Team weiter ganz vorne mit dabei.
Für mich bleibt Blizzard trotz aller Schlagzeilen eines der prägendsten Studios überhaupt. Ich hoffe, dass das Team die Freiheit behält, auch in Zukunft Spiele zu machen, über die wir noch in 20 Jahren reden.
Offizielle Website des Studios: zur offiziellen Seite

